Keine Angst vor alten Häusern

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Das große Dach der Bergbaude „Schöne Aussicht“ in Sora ist in den zurückliegenden Wochen neu gedeckt worden. Dachdeckermeister Jörg Roscher (r.) aus Irgersdorf erklärt den Wirtsleuten Karin und Andreas Jurack anhand eines Teiles die Vorteile der neuen Blechdeckung. Sie ist leicht, aber trotzdem sturmfest. 

Foto: SZ/Uwe Soeder

ieser Auftrag war für Dachdeckermeister Jörg Roscher und sein Team eine besondere Herausforderung, obwohl seine Firma in ihrem 15-jährigen Bestehen schon so manchen anspruchsvollen Auftrag zu bewältigen hatte. Die Erneuerung des großen Daches der Bergbaude „Schöne Aussicht“ in Sora gestaltete sich vor allem deshalb schwierig, weil es mehrere Gaupen hat und zudem sehr steil ist. Um so stolzer ist der Unternehmer aus dem Wilthener Stadtteil Irgersdorf auf das Ergebnis der kürzlich ausgeführten Arbeiten. Die alten maroden Dachschindeln wurden durch eine modernde Blechdeckung ersetzt. „Sie ist einerseits leicht, aber zugleich auch absolut sturmsicher. Das ist in dem Fall sehr wichtig, denn dort oben auf dem Berg in Sora pfeift der Wind oft sehr kräftig“, sagt Jörg Roscher. 

Sohn hat sich spezialisiert
Da seine Firma zugleich eine Dämmung angebracht hat und die Fenster durch die Zimmerei Großmann vergrößert wurden, haben die Gäste der Bergbaude „Schöne Aussicht“ in den Pensionszimmern jetzt D mehr Aussicht auf die Oberlausitz sowie ein angenehmeres Klima. Im Sommer wird es in den Räumen unterm Dach nicht mehr so heiß; im Winter nicht so schnell kalt.

Blechgedeckte Dächer sind eine Spezialität des Irgersdorfer Handwerksbetriebes. Jörg Roschers Sohn Alexander, der in der Firma seines Vaters gelernt hat und jetzt dort beschäftigt ist, hat sich darauf spezialisiert. Auch die Frau des Chefs gehört seit drei Jahren zum vierköpfigen Team. „Ich sitze aber nicht ständig im Büro, sondern ich bin mit draußen auf den Baustellen“, betont Karin Roscher lachend.

Als sich die Auftragslage der Dachdeckerei so gut entwickelt hatte, dass ein zusätzlicher Mitarbeiter gebraucht wurde, entschied sich die gelernte Gärtnerin, ihren bisherigen Job aufzugeben und mit in den Familienbetrieb einzusteigen. Seitdem ist sie als Bauhelferin tätig, packt zum Beispiel beim Materialtransport mit an, bringt Dachlatten an, sorgt auf den Baustellen für Sicherheit und Sauberkeit. Vor allem Letzteres kommt bei den Kunden richtig gut an. „Wir Dachdecker beseitigen den Schmutz, der beim Bauen entsteht, in der Regel erst, wenn die Baustelle abgearbeitet ist und wir abrücken. Seit meine Frau dabei ist, wird jeden Tag zum Feierabend aufgeräumt und geputzt“, erzählt der Chef.

Er hat seine Lehre bei Dachdecker Franz Gust in Sohland absolviert. Danach war er in verschiedenen Betrieben tätig und machte nebenbei seinen Meister. Im Jahr 1999 gründete er schließlich sein eigenes Unternehmen. Dessen Sitz und Lager befinden sich im sanierten Wohnhaus der Familie in Irgersdorf. Außer den drei Roschers gehört noch Dachklempner Michael Neumann zur Firma.

90 Prozent der Aufträge führt der Dachdeckermeisterbetrieb Roscher für private Kunden und für Firmen aus. Öffentliche Aufträge bilden eine Ausnahme. Das Angebot des Handwerkers umfasst alle gängigen Dachdeckungen, ebenso Dachbegrünung und Wärmedämmung, Dachentwässerung und Reparaturen. Der Einsatzbereich des kleinen Teams erstreckt sich in der Regel über einen Umkreis von 50, 60 Kilometern. „Wir sind aber ab und zu auch in weiter entfernten Ecken Sachsens unterwegs“, berichtet Jörg Roscher.

Dachfenster für Denkmale
Künftig werden die Irgersdorfer vermutlich des Öfteren weitere Strecken fahren, weil sie etwas Besonderes anbieten. Seit vergangenem Jahr haben sich Jörg und Karin Roscher auf Maß-Renovierungsfenster der Firma Roto spezialisiert. „Jedes einzelne Fenster wird individuell passgenau produziert, sodass alte Dachfenster – egal welcher Größe – ausgewechselt werden können, ohne dass am Dach irgendwas verändert werden muss“, erklärt der Irgersdorfer Dachdeckermeister. In der Regel ist das innerhalb weniger Stunden erledigt. Vor allem für die denkmalgerechte Sanierung von Gebäuden sei das ein großer Vorteil, kommentiert er.

Von Katja Schäfer
Sächsische Zeitung, Ausgabe Bautzen

 
 
 

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